Dr. Richard Reschika

Theologie der Zärtlichkeit. Von der Liebe Gottes
Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2009.

Der Theologien hat es in der zweitausendjährigen Geschichte des Christentums viele gegeben. Aber warum gibt es bis heute nicht auch eine „Theologie der Zärtlichkeit“? Ist der allmächtige, auffordernde, richtende Gott, wie wir ihn vor allem aus dem Alten Testament kennen, nicht zugleich auch ein liebender, mitleidender, fürsorglicher, ja ausgesprochen zärtlicher Gott? Ist Gott nicht vollkommen zärtlich? Und ist er durch seine Zärtlichkeit - dieser vermeintlichen Schwäche - nicht stärker als die Menschen, die nur partiell und unvollkommen zärtlich sind? Ist Jesus Christus, der sich selbst als sanftmütig bezeichnet, durch seine Verheißung in der Bergpredigt „Selig die Zärtlichen, denn sie erben das Land“ (vgl. Mt 5,5), vor allem aber auch durch seinen zärtlichen, zärtlichsten Umgang mit den Randständigen und Ausgestoßenen der Gesellschaft nicht die Offenbarung der Zärtlichkeit Gottes schlechthin?
     Richard Reschika beantwortet uns in seinem Buch die Frage, was Zärtlichkeit bedeutet: für die Religion und Theologie, aber auch für die Beziehung der Menschen untereinander und für den heutigen Lebens- und Glaubensstil.
     Dabei geht es dem Autor um die Zärtlichkeit aus christlich-theologischer Sicht. In Texten aus der Bibel, Mystik und Literatur finden wir die Möglichkeit, Gott in seiner Zärtlichkeit zu erkennen. Sie offenbart sich uns vor allem in Jesus Christus, der mit den Menschen zärtlichsten Umgang pflegt.